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Kategorie: Pulsmesser : Pulsdiagnose
 
Die Pulsdiagnose ist eine diagnostische Methode in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und bei der ayurvedischen Medizin. TCM kennt im Unterschied zur westlichen Medizin verschiedene Qualitäten des menschlichen Pulses an verschiedenen Körperstellen. Ayurveda-Mediziner überprüfen bei der Pulsdiagnose die Doshas des Patienten und ermitteln vorliegende Störungen.

Pulsdiagnose in der chinesischen Medizin

Zirka zwischen dem 2. und 8. Jahrhundert nach unserer Zeitrechung wurde in China die Pulsdiagnostik entwickelt, die Anfänge reichen aber wohl schon 2700 Jahre zurück. Andere Quellen sprechen die Entdeckung der Pulsdiagnostik dem legendären Arzt Bian Que zu. (ca. 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung).

Pulsarten:

Körperpulse

Mehr als die anderen Teile der chinesischen Diagnostik ist die Pulsdiagnostik ein subjektives Diagnoseverfahren und erfordert Erfahrung. In früheren Zeiten wurde die Pulstastung auch an verschiedenen Stellen des Körpers vorgenommen, die deckungsgleich mit bestimmten Akupunkturpunkten sind. Diese sind:

* An der Schläfe am Taiyang direkt über der Arteria temporalis
* Am 3E22 direkt vor dem Ohr an derselben Arterie
* An der Wange Ma3 an der Arteria facialis.
* An den unteren Extremitäten bei Le10 und MP11 über der Arteria femoralis,
* Bei Ni3 über der Arteria tibialis anterior,
* ei Ma42 und bei Le3 über der Arteria dorsalis pedis.
* An den oberen Extremitäten zusätzlich zu den Radialispulsen von Lu7, Lu8 und Lu9, noch beim Radialispuls über Di4 und beim Ulnarispuls über He7.

Der Zustand von Qi und Blut in den drei Körperregionen Kopf, mittlere Körperregion und untere Körperregion kann nach den Vorstellungen der TCM durch Tasten an diesen Stellen ermittelt werden.

Handgelenk

An jedem Handgelenk finden sich drei Taststellen. Man orientiert sich am Radialisköpfchen, dem processus styloideus radii. Etwas nach ulnar befindet sich zwischen dem Radialisköpfchen und der Sehne des speichenseitigen Handbeugers die Radialisarterie. An dieser Stelle wird der Mittelfinger des Untersuchers platziert und befindet sich dabei auf der mittleren oder guan-Position. Legt man nun Zeige- und Ringfinger am Mittelfinger anliegend jeweils proximal und distal davon, kommt der Ringfinger proximal auf der chi-Position, der Zeigefinger distal auf der cun-Position zu liegen.

Die Zuordnung der verschiedenen Organe zu den Pulstaststellen hat sich immer wieder geändert. Heutzutage gebräuchlich sind zwei verschiedene Zuordnungen:

Die erste stammt von Wang Shu-He aus dem dritten Jh. unserer Zeitrechnung. Er legt im „Klassiker des Pulses“ folgende Zuordnung fest:


links rechts
vorne (cun) Herz Dünndarm Lunge Dickdarm
mitte (guan) Leber Gallenblase Milz Magen
hinten (chi) Niere Blase Nieren-Yang


Li Shi-Zen hingegen beschreibt die Bedeutung der verschiedenen Ebenen in „Einfache Erklärung der Pulsstudien des Binshu-Sees“ folgendermaßen:


links rechts
vorne (cun) Herz Lunge
mitte (guan) Leber Gallenblase Milz Magen
hinten (chi) Niere Dünndarm Nieren Dickdarm

Methode

Der Patient sollte während der Pulsnahme sitzen oder liegen, sowie entspannt und ruhig sein. Aufregung, Frieren, körperliche Anstrengung und Nahrungsaufnahme unmittelbar vor der Pulstastung verfälschen das Ergebnis. Der Arm soll mit der Handfläche nach oben auf einer bequemen Unterlage auf Herzhöhe des Patienten ausgestreckt ruhen. Sowohl die Beine des Patienten wie auch die des Behandlers dürfen während der Pulstastung nicht überkreuzt sein, da dies zu einer energetischen Vermischung der Körperhälften und damit zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen kann. Die Tastung selbst hat in größter Ruhe und Konzentration stattzufinden. Die durchschnittliche Dauer der Pulstastung beträgt ca. 10 Minuten, kann sich jedoch über 30 Minuten hinziehen.

In der TCM werden üblicherweise 28 pathologische Pulse unterschieden. Sie unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihrer Qualitäten in schnell/langsam, oberflächlich/tief sowie hinsichtlich Länge und Form der Pulswelle.

Medizinische Studien

Zur Pulsdiagnostik sind bisher nur wenige, teils widersprüchliche klinische Studien durchgeführt worden. Aus konventionell-medizinischer Sicht erscheint die Zuordnung der Organe zu bestimmten Tastpunkten willkürlich. Unterschiedliche Qualitäten im Sinne von Stärke, Gleichmäßigkeit, Frequenz sind dagegen auch der westlichen Medizin bekannt und bewiesenermaßen grob mit bestimmten Krankheitsbildern verbunden.

 
 
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Kategorie: Pulsmesser : Puls
 
In der Medizin beschreibt der Puls (v. lat.: pellere = schlagen, klopfen; PPP pulsum) überwiegend qualitativ die mechanischen Auswirkungen von Herzaktionen auf die direkte Umgebung oder deren Fortleitung in entferntere Regionen des Körpers durch das Gefäßsystem.

Pulsarten

Man unterscheidet eine retrograde (rückwärts, gegen den Blutstrom) von einer anterograden (vorwärts, mit dem Blutstrom) Fortleitung der Herzaktion in den Gefäßen. Die retrograde Fortleitung bestimmt den Venenpuls (siehe unten), die anterograde Fortleitung den arteriellen Puls. Der arterielle Puls findet in der Medizin mehr Beachtung als der venöse Puls. Die Herzfrequenz wird häufig mit dem Puls gleichgesetzt, was inhaltlich nicht ganz richtig ist, da die Herzfrequenz nur ein Teilaspekt des Pulses ist. Der Puls gibt Aufschluss über die Effektivität der Herzaktion, ihre Regelmäßigkeit, die Druckanstiegsgeschwindigkeit in den herznahen Gefäßen während der Systole, den absoluten Druck und das Füllungsvolumen der Gefäße.

Pulsvariationen:

Ruhepuls

Die Herzschlagfrequenz in Ruhe beträgt bei einem gesunden Menschen 50 bis 100 Schläge pro Minute. Manchmal ist der peripher getastete Puls langsamer als die Herzfrequenz im EKG. Das hängt mit früh einfallenden Extraschlägen zusammen, die zu einer mechanisch unwirksamen Herzaktion führen. Man spricht dann von einem Pulsdefizit.

Der Ruhepuls eines trainierten Ausdauersportlers beträgt meistens zwischen 32 und 45 Schlägen pro Minute. Seltener ist ein Ruhepuls von weniger als 30 Schlägen pro Minute. Das Herz dieser Sportler ist dabei vergrößert. Das Lungenvolumen ist dabei ebenfalls häufig erhöht.

* bei Erwachsenen: ca. 70/min
* bei Säuglingen: ca. 130/min
* bei Kindern: ca. 100/min
* bei älteren Menschen: ca. 80/min

Paradoxer Puls

Als paradoxen Puls oder Pulsus paradoxus bezeichnet man den nicht normalen Abfall der Blutdruckamplitude um mehr als 10 mmHg bei der Einatmung. Er tritt u. a. bei größeren Perikardergüssen auf und gilt als Zeichen einer drohenden Perikardtamponade. Weiterhin findet sich ein Pulsus Paradoxus bei einem Panzerherz, Spannungspneumothorax und bei schweren Asthmaanfällen.

Venenpuls

Auch an den Venen gibt es einen schwachen Puls. Allerdings ist der Venenfluss von mehreren Faktoren abhängig, insbesondere von der Atmung, der Körperlage und der Körperaktivität und nicht so sehr vom zweigipfligen Venenpuls, der durch wechselnde Druckverhältnisse im rechten Vorhof des Herzens zustande kommt. Der Venenpuls wurde früher als Jugularvenenpulskurve aufgezeichnet und kann heute relativ leicht mit einem Dopplergerät an den verschiedensten Regionen des Körpers abgeleitet werden. Dazu muss allerdings die Dopplerfrequenz auf die niedrigen Flussgeschwindigkeiten im Venensystem umgeschaltet werden.

Die typische Venenpulskurve zeigt zwei markante Täler, die dem systolischen und diastolischen Zustrom zum Herzen entsprechen. Nur in einer kurzen Phase kommt es zu einem kurzen Rückstrom in die Venen, was sich in der Venenpulskurve als kleiner Berg manifestiert. Dieser Rückstrom entspricht der Vorhofsystole und wird als A-Welle bezeichnet. Dieser kurze Rückstrom ist allerdings nur bei Sinusrhythmus und intakter mechanischer Vorhofaktion vorhanden. Bei einer schweren Trikuspidalinsuffizienz strömt das Blut aus der rechten Herzkammer in der Systole in erheblichem Maß zurück in den rechten Vorhof und die vorgeschalteten Venen, so dass das systolische Tal der Venenpulskurve aufgehoben oder sogar umgekehrt als Berg erkennbar ist.

Eine ganz ähnliche Venenpulskurve lässt sich mittels Transösophagealer Echokardiografie (TEE) auch aus den Lungenvenen aufzeichnen. Sie kann zur Beurteilung des Schweregrades einer Mitralklappeninsuffizienz herangezogen werden.

Taststellen

Es gibt verschiedene Stellen am Körper, an denen man den arteriellen Puls leicht tasten kann, z. B.:

* Radialispuls/Arteria radialis - Handgelenkspuls (daumenseitig)
* Carotispuls/Arteria carotis - Halsschlagaderpuls
* Femoralispuls/Arteria femoralis - Leistenpuls
* Arteria poplitea - Puls in der Kniekehle (bei angewinkeltem Bein)
* Arteria tibialis posterior - Hinter dem Innenknöchel
* Arteria dorsalis pedis - Mittlerer Fußrücken
* Apexpuls - über der Herzspitze als Ausdruck der mechanischen Herzaktionen auf die direkte Umgebung (auch als Herzspitzenstoß bezeichnet).
* Arteria temporalis superficialis - Schläfe
* Arteria facialis - Nase
* Arteria subclavia - Schlüsselbein
* Arteria brachialis - innenseite des Oberarmes
* Arteria ulnaris - Elle
* Aorta abdominalis - Bauchaorta

Im Notfall ist der Femoralispuls (nach der Arterie in der Leiste) bzw. der Carotispuls (am Hals) am verlässlichsten tastbar, da er auch noch bis zu Blutdrücken um 60 mmHg systolisch nachweisbar ist, periphere Pulse bis 80 mmHg. Um bei der Messung die ganze Pulswelle zu erfassen, sollte der Puls mit 3 Fingern getastet werden (Abweichung zum Foto). Man sollte den Puls nicht mit dem Daumen tasten, da dieser bei manchen Menschen selber einen fühlbaren Puls aufweist, welcher dann mit dem verwechselt werden kann, dessen Puls gerade gemessen werden soll.

Pulsmessung

Der Puls kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden: Entweder man verwendet ein Pulsmessgerät, oder man führt die Messung manuell aus. Bei der Messung wird die Anzahl der Impulse pro Minute gemessen. Man kann sie auch in anderen Zeiteinheiten messen und in Impulse pro Minute umrechnen.

Pulsqualitäten

Neben der wichtigen Aussage Puls tastbar oder Puls nicht tastbar, zum Beispiel bei einem akuten Gefäßverschluss, unterscheidet man im wesentlichen drei Pulsqualitäten:
regelmäßig unregelmäßig (Herzrhythmusstörung)
schnell langsam
hart weich (bei hohem oder niedrigem Blutdruck)

Die Traditionelle Chinesische Medizin beschreibt mehr Taststellen und Pulsqualitäten (s. Pulsdiagnose ).

Günstiger Trainingspuls

Für die Berechnung eines optimalen Trainingspulses existieren verschiedene Formeln. Er hängt u. a. von den verfolgten Zielen ab und liegt für Ausdauersportarten zwischen 70 % (extensives Training) und 85 % (intensives Training) des individuellen Maximalpulses. Häufig wird eine Belastung von ca. 60 % des Maximalpulses zur optimalen Fettverbrennung angegeben. Diese Angabe beruht auf einer Fehlinterpretation von Fettstoffwechseltraining. Praktisch jede sportliche Aktivität geht auch mit Fettverbrennung einher, so dass für eine Gewichtsabnahme nur die Gesamtzahl der verbrauchten Kalorien im Rahmen der Energiebilanz von Bedeutung sind. Eine möglichst zuverlässige Feststellung des optimalen Trainingspulses erfolgt mit Hilfe der Ergometrie. Grobe Richtwerte für ein extensives Ausdauertraining können wie folgt ermittelt werden, sofern keine Arzneimittel wie beispielsweise Betablocker eingenommen werden:
(Maximale Herzfrequenz - Ruhepuls) x 0,6 + Ruhepuls = Trainingspuls

oder schneller, ohne Berücksichtigung individueller Gegebenheiten (ungenau):
180 - Lebensalter = Trainingspuls

 
 
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Kategorie: Pulsmesser : Herzfrequenz
 
Die Herzfrequenz ist die Anzahl der Herzschläge pro Minute. Heute benutzt man eher den Ausdruck Herzschlagfrequenz. Die Herzschlagfrequenz (HF) wird häufig mit dem Puls gleichgesetzt, was inhaltlich nicht richtig ist, weil die Herzschlagfrequenz nur ein Teilaspekt des Pulses ist. Die Pulsqualitäten umfassen neben der Häufigkeit des Herzschlages die Regelmäßigkeit, die Druckanstiegsgeschwindigkeit, den absoluten Druck und das Füllungsvolumen.

Herzfrequenz beim Menschen

Die Herzschlagfrequenz beim Menschen ist abhängig von der Belastung, vom Alter und von der körperlichen Fitness. Ein Neugeborenes hat in Ruhe eine Herzschlagfrequenz von ca. 120 Schlägen pro Minute, während ein 70-jähriger eine Frequenz um die 70 Schläge pro Minute aufweist. Die Herzschlagfrequenz beträgt bei einem gesunden Menschen in Ruhe 50 bis 100 Schläge pro Minute. Beim herzkranken Patienten müssen diese Grenzwerte entsprechend der kardialen Grunderkrankung verschoben werden.

Die Herzfrequenz des Gesunden unterliegt vielfältigen Einflüssen. Ein wesentlicher Teil der Regulation erfolgt durch das autonome Nervensystem im Gleichgewicht von stimulierendem Sympathikus und dämpfendem Parasympathikus, des Weiteren spielen im Blutkreislauf zirkulierende Hormone, insbesondere Katecholamine, eine Rolle.

Eine erhöhte Herzfrequenz wird als Tachykardie, eine erniedrigte als Bradykardie bezeichnet.

Ist die Tachykardie unter körperlicher Belastung eine normale Reaktion des Körpers, die es ihm ermöglicht, das Herzzeitvolumen den momentanen Erfordernissen anzupassen, kann eine Erhöhung der Ruheherzfrequenz auf verschiedene Erkrankungen hinweisen. Neben primär kardialen (im Herzen liegenden) kommen hier auch systemische (also den ganzen Körper betreffende) Ursachen wie z. B. eine beginnende oder manifeste Infektionskrankheit in Frage. Auch psychische Anspannung kann durch Verschiebung des autonomen Gleichgewichts hin zur Sympathikusaktivierung eine Erhöhung der Herzfrequenz bewirken.

Die Bradykardie kann ebenfalls pathologische Ursachen haben. Physiologischerweise tritt sie jedoch bei Leistungssportlern auf, da hier der Herzmuskel durch das sportliche Training an Masse zunimmt und somit pro Herzschlag mehr Blut transportieren kann. Der Ruhebedarf des Körpers kann so bei einer niedrigeren Herzfrequenz gedeckt werden, gleichzeitig ist, was ja der Sinn der Anpassung ist, die maximale Belastbarkeit höher. So wurde z.B. bei einem Ruderer ein Ruhepuls von 24 Schlägen pro Minute gemessen. Bei einem durchschnittlich trainierten Ausdauersportler ist eine Ruhe-Herzschlagfrequenz mit 35 bis 45 Schlägen pro Minute ebenfalls niedriger als bei einem untrainierten Menschen.

Die maximale Herzschlagfrequenz (auch: Maximalpuls) ist die Anzahl der Herzschläge pro Minute, die ein Mensch bei größtmöglicher körperlicher Anstrengung erreichen kann. Die maximale Herzschlagfrequenz ist eine individuelle Größe und kann durch Ergometrie bestimmt werden. Faustregeln zur Bestimmung des eigenen Maximalpulses (wie z.B. "Maximalpuls = 220 - Lebensalter in Jahren") sind dagegen wenig tauglich, da sie sich auf statistische Mittelwerte beziehen und der individuelle Wert davon um mehr als 30 Schläge abweichen kann.

Herzfrequenz bei Tieren

Bei Säugetieren gilt in der Regel, dass die Herzschlagfrequenz umso kleiner ist, je größer ein Tier ist. Die Gesamtzahl der Herzschläge im gesamten Leben eines Säugetieres beträgt rund eine Milliarde. Der Mensch ist dabei eine Ausnahme: er bringt es maximal auf fast vier Milliarden Herzschläge.

Beispiele für die Herzfrequenz bei Tieren:

* Kolibri: 800-1000
* Feldsperling: 400-760
* Meerschweinchen: 200-300
* Kaninchen: 120-150
* Pferd: 28-40
* Elefant: 15-30

Herzfrequenzvariabilität

Die Herzfrequenzvariabilität (HRV, nach dem englisch "heart rate variability") bezeichnet die Eigenschaft der Herzfrequenz des Gesunden, sich ständig geringfügig zu ändern. Sie ist Ausdruck der diversen Regulationsmechanismen des Körpers, die zur Erhaltung der Stabilität des Herz-Kreislaufsystems erforderlich sind. Die Herzfrequenzvariabilitätsanalyse versucht, diese Veränderungen quantitativ zu erfassen und für diagnostische und prognostische Zwecke nutzbar zu machen. Eine Veränderung (meist Reduktion) einzelner Maße bzw. Komponenten der Herzfrequenzvariabilität ist für verschiedene Erkrankungen beschrieben worden, so u. a. bei Bluthochdruck und septischem Schock. Einzelne Komponenten der HRV weisen eine gewisse Regelmäßigkeit auf und werden mittels auf der diskreten Fourier-Transformation basierenden Methoden quantifiziert. Hier lassen sich typische Frequenzbänder (ULF -0.0033 Hz, VLF 0.0033-0.04 Hz, LF 0.04-0.15 Hz, HF 0.15-0.4 Hz, Grenzen wurden empirisch festgelegt) identifizieren, die mit physiologischen Prozessen wie Atmung (HF) und Aktivität der Blutdruckregulation (LF, Baroreflex) in Verbindung gebracht werden.

Die Analyse der Herzschlagstreuung sowie deren Veränderung bei Belastung gestattet Rückschlüsse auf Art und Schwere bestimmter Erkrankungen. Insbesondere als Kriterium für die Prognoseeinschätzung des Myokardinfarktes hat sie Akzeptanz gefunden. Sportmedizinische Forschungsergebnisse weisen auf eingeschränkte Eignung der HRV bei der Trainingssteuerung hin.

Anwendungsbebiete:

* Unblutige Messung der Aktivität des Nervus vagus
* Autonome Störungen (Diabetes mellitus, Koronare Herzkrankheit)
* Unblutige Messung der Anaeroben Schwelle
* Übertraining
* Depression
* Stress
* Physische und psychische Belastungen
* Regenerationszeit nach Wettkämpfen

 
 
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Kategorie: Pulsmesser : Puls
 
Puls

Puls, die rhythmische Ausdehnung der Arterien durch aufeinander folgende Blutstöße, die von den regelmäßigen Kontraktionen des Herzens erzeugt werden. Die Arterien ähneln elastischen Schläuchen, und in diese bereits gefüllten Gefäße werden bei jeder Kontraktion des Herzens 30 bis 60 Gramm Blut gedrückt. Die dabei entstehende Dehnung der Blutgefäße pflanzt sich mit etwa sieben Meter je Sekunde durch das Netz der Arterien fort und erreicht schließlich die Kapillaren. Diese haben keine elastischen Wände und setzen dem Blut so viel Widerstand entgegen, dass die Dehnung verebbt.

Fühlen kann man den Puls überall da, wo eine Arterie über Knochen oder Knorpel verläuft. Der Beginn der Pulswelle stellt den systolischen Druck dar, ihr Ende markiert die Diastole (siehe Blutdruck). Die Pulsgeschwindigkeit beträgt 150 Schläge je Minute beim Embryo, 120 bei Säuglingen, 100 bei Kleinkindern und 60 bis 80 Schläge bei Erwachsenen. Sie kann sich durch Autosuggestion und andere Übungen deutlich ändern (siehe Biofeedback; Bewusstseinszustände; Sportmedizin). Bei Erkrankungen verändert sich der Puls meist in unmittelbarer Abhängigkeit von der Körpertemperatur: Dieser Zusammenhang ist so eindeutig, dass ein erfahrener Arzt die Temperatur eines Patienten anhand des Pulses abschätzen kann. Meist wird der Puls am Handgelenk mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger gemessen. Man zählt die Pulsschläge 15 Sekunden lang und multipliziert den erhaltenen Wert mit vier, um die Pulsschläge pro Minute zu erhalten. Wenn sich der Puls in Geschwindigkeit, Rhythmus und Stärke verändert, ist das für den Kundigen ein Warnzeichen, dass eine Krankheit vorliegen oder bevorstehen kann. Auch die seelische Situation beeinflusst die Pulsfrequenz. Manchmal beobachtet man auch an den großen Venen einen Puls. Er ist meist doppelt so schnell wie der arterielle und entsteht durch Druckschwankungen im linken Herzohr.

"Puls," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2007
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Kategorie: Pulsmesser : Kreislauf­system
 
Kreislauf­system
1. Einleitung

Kreislauf­system, in Anatomie und Physiologie der Weg des Blutes durch die Arterien, Kapillaren und Venen zurück zum Herzen.

Das Herz als Zentrum und Motor des Kreislaufsystems hat beim Menschen sowie bei Säugetieren und Vögeln vier vollständig getrennte Kammern: den rechten und linken Vorhof (Atrium) sowie die rechte und linke Hauptkammer (Ventrikel). Die rechte Herzhälfte pumpt das aus dem Körper kommende, sauerstoffarme Blut in die Lunge, wo es wieder mit Sauerstoff angereichert wird. Aus der Lunge fließt das Blut in die linke Herzhälfte, von wo es über die Arterien in alle Körperteile befördert wird.

Das Kreislaufsystem ist prinzipiell bei allen Wirbeltieren ähnlich, weist aber auch Unterschiede auf. Nur bei Säugern und Vögeln wird im Herzen sauerstoffreiches von sauerstoffarmem Blut getrennt. Diese Trennung basiert auf einer geschlossenen Trennwand zwischen linker und rechter Herzhälfte (Herzscheidewand) und macht den Körper erheblich leistungsfähiger als bei Reptilien, Amphibien und Fischen.

Insekten und einige andere wirbellose Tiere haben ein offenes Kreislaufsystem ohne Blutgefäße; die als Hämolymphe bezeichnete Blutflüssigkeit fließt weitgehend frei in so genannten Blutlakunen um die Organe. Niedere Tiere wie Fadenwürmer, Plattwürmer und Hohltiere haben kein Kreislaufsystem. Bei ihnen werden Atmungsgase und Nährstoffe entweder in einem Hohlraum zwischen der Körperoberfläche und den inneren Organen verteilt, oder sie gelangen von einer einzigen ausgedehnten Körperhöhle (Gastrovaskularsystem) durch Diffusion zu den Zellen bzw. aus ihnen heraus.
2. Entwicklung des Blutkreislaufsystems

Das Blutkreislaufsystem des Menschen bildet sich schon in einem relativ frühen Stadium der Embryonalentwicklung. Blutgefäße entwickeln sich in so genannten Blutinseln aus mesodermalen Zellen im Dottersack des Embryos. Im Zentrum einer Blutinsel entstehen die Blutzellen (siehe Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten). Die Zellen des Endothels (der Gefäßwand) bilden sich aus Angioblasten (Vorläuferzellen) am Rand der Blutinsel, später auch im Knochenmark.

Man unterscheidet verschiedene Gefäßbildungsprozesse: Bei der Vaskulogenese entstehen Gefäße aus Angioblasten, die in situ (am betreffenden Ort im Körper) reifen; die Angioblasten werden durch Zytokine und andere Wachstumsfaktoren angeregt. Bei der Angiogenese dagegen wachsen neue Blutgefäße durch „Sprossung” aus Kapillaren bereits vorhandener Gefäße. Bei der Intussuszeption teilen sich Gefäße, indem Wände in sie eingezogen werden. Neu gebildet werden Blutgefäße nicht nur während der Embryonalentwicklung, sondern auch im Verlauf einer Schwangerschaft, beim Menstruationszyklus einer Frau, bei der Heilung von Wunden und zeitweilig unterversorgtem Gewebe, ebenso beim Wachstum von Tumoren.
3. Der Lungenkreislauf

Das aus dem Körper kommende Blut fließt im Herzen zuerst in den rechten Herzvorhof. Dieser kontrahiert (zieht sich zusammen) und drückt das Blut durch eine Öffnung in die rechte Hauptkammer. Nun kontrahiert die Hauptkammer und befördert das Blut über die Lungenarterie in die Lunge. Dabei schließt sich die dreizipflige Trikuspidalklappe in der Öffnung zwischen Vorhof und Hauptkammer, so dass das Blut bei der Kontraktion der Hauptkammer nicht in den Vorhof zurückfließen kann. Ein Zurückfließen des Blutes aus der Lungenarterie ins Herz wird durch die Pulmonalklappe verhindert.

In den Alveolen der Lunge wird das Blut mit Sauerstoff angereichert; anschließend fließt es durch die vier Lungenvenen in den linken Herzvorhof. Zieht sich dieser zusammen, wird das Blut in die linke Hauptkammer gedrückt und gelangt von dort in die Aorta. Die zweizipflige Mitralklappe verhindert, dass das Blut aus der linken Hauptkammer wieder in den Vorhof gelangt, und die Aortenklappe am Eingang der Aorta verhindert, dass Blut in die Hauptkammer zurückfließt. Ähnliche Klappen befinden sich auch in der Lungenarterie.
4. Verzweigungen

Die Aorta teilt sich in mehrere Hauptäste, die sich weiter verzweigen, so dass der ganze Körper von einem Netz fein verästelter Blutgefäße durchzogen wird. Die kleinsten Arterien gabeln sich in ein Geflecht winziger Blutgefäße mit sehr dünnen Wänden: Hier, in den Kapillaren, kommt das Blut in engen Kontakt mit den Flüssigkeiten und Geweben im Körper.

Das Blut in den Kapillaren erfüllt drei Funktionen: Es gibt Sauerstoff an das Gewebe ab, versorgt die Zellen mit Nährstoffen und anderen lebenswichtigen Substanzen und nimmt Abfallstoffe aus dem Gewebe auf. Im Bereich der Kapillaren tritt außerdem ein Teil des Blutes in die Kapillarenden des Lymphsystems über. Die Kapillaren des Blutkreislaufs vereinigen sich wieder zu kleinen Venen, die ihrerseits in immer größere Gefäße münden. Schließlich sammelt sich das Blut in der oberen und unteren Hohlvene und fließt zurück zum Herzen. Damit ist der Kreislauf vollendet.
5. Der Pfortaderkreislauf

Eine wichtige Abzweigung im Kreislaufsystem wird von einem Teil des Venensystems gebildet, den man als Pfortaderkreislauf bezeichnet. Blut aus dem Darm sammelt sich in der Pfortader und wird zur Leber geleitet. Dort fließt es in die Lebersinusoide, d. h. ausgedehnte Kapillaren mit einem offenen Endothel. Hier kommt das Blut in unmittelbare Berührung mit den Leberzellen. Die Leber verarbeitet die Nährstoffe, die das Blut zuvor über die Kapillaren der Darmwand aus der Nahrung aufgenommen hat. Anschließend sammelt sich das Blut wieder in Venen und gelangt über den allgemeinen Körperkreislauf in die rechte Herzhälfte.
6. Herzkranzgefäße

Über die Herzkranzgefäße (Koronararterien) wird der Herzmuskel selbst mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt sowie von Abfallstoffen befreit. Unmittelbar hinter den Taschenklappen zweigen zwei Koronararterien von der Aorta ab. Sie verzweigen sich zu einem Kapillarnetz, das den Herzmuskel und die Herzklappen durchzieht. Aus den Herzkranzgefäßen fließt das Blut in mehrere kleine Venen, die ohne den Umweg über eine Hohlvene unmittelbar in den linken Herzvorhof münden.
7. Herztätigkeit

Die Herztätigkeit besteht aus dem Wechsel von Kontraktion (Systole) und Entspannung (Diastole) der muskulösen Wände des Herzens. In der Entspannungsphase fließt das Blut in die beiden Vorhöfe, die sich dabei immer mehr erweitern. Sind sie vollständig gedehnt, zieht sich die Muskulatur in ihren Wänden zusammen, so dass fast der gesamte Inhalt durch die Segelklappen in die Hauptkammern gedrückt wird. Dieser Vorgang vollzieht sich schlagartig und in beiden Vorhöfen fast gleichzeitig.

Aufgrund des Druckes in den Venen kann das Blut aus den Vorhöfen nur in die Hauptkammern, nicht in die umgekehrte Richtung fließen. In den Hauptkammern steht es wiederum nicht genug unter Druck, um die Taschenklappen am Ausgang zu öffnen. Stattdessen werden die zu diesem Zeitpunkt noch entspannten Kammern erweitert. Die Klappen zwischen Vorhöfen und Hauptkammern öffnen sich dem Blutstrom nur kurz und schließen sich sofort, wenn die Systole der Hauptkammern beginnt. Sie ziehen sich langsamer als die Vorhöfe, aber mit viel mehr Kraft zusammen und leeren sich dabei fast vollständig. Die Herzspitze wird dabei in einer leichten Drehbewegung nach vorn und oben geschoben. Diesen Impuls, Herzspitzenstoß genannt, kann man zwischen der fünften und sechsten Rippe spüren. Nach der Systole der Hauptkammern kommt das Herz für einen Augenblick völlig zur Ruhe.

Bei Menschen mit einem normalen Puls (Ruhepuls) von rund 72 Schlägen in der Minute dauert jeder Schlagzyklus etwa 0,8 Sekunden. Davon entfallen etwa 0,1 Sekunden auf die Systole der Vorhöfe, die Kontraktion der Hauptkammern nimmt ungefähr 0,3 Sekunden in Anspruch. Das Herz ruht also etwa 0,4 Sekunden, d. h. während der Hälfte des Schlagzyklus.

Das Herz sendet bei jedem Schlag zwei Töne aus, auf die eine kurze Pause folgt. Der erste entsteht, wenn die Segelklappen sich schließen und die Systole der Hauptkammern beginnt; er ist dumpf und zieht sich etwas in die Länge. Der zweite Ton, der vom plötzlichen Schließen der Taschenklappen erzeugt wird, ist kürzer und deutlich schärfer. Die Herztöne können mit Hilfe eines Stethoskops genauer untersucht werden.

Viele Herzerkrankungen lassen sich anhand veränderter Herztöne erkennen. Auch bei gesunden Menschen führen körperliche Anstrengung oder bestimmte Emotionen zu einem veränderten Herzschlag. Der Puls schwankt von Tierart zu Tierart: Das Herz von Kolibris beispielsweise schlägt in jeder Minute bis zu 2 000 Mal. Extrem gering ist dagegen die Herztätigkeit von Säugetieren im Winterschlaf: Ihr Herz schlägt unter Umständen nur wenige Male pro Minute.
8. Der Puls

Wenn die Herzkammern sich zusammenziehen und das Blut in den Kreislauf drücken, dehnen sich die Wände der Arterien. Während der Diastole nehmen die Blutgefäße wieder ihren normalen Durchmesser an. Dies ist auf die Elastizität des Bindegewebes und auf die Kontraktion von Muskeln in den Wänden der Arterien zurückzuführen. Die Verengung auf den normalen Durchmesser ist wichtig, damit das Blut in den Kapillaren nicht zum Stillstand kommt. Die Erweiterung und Verengung der Arterien ist dort zu spüren, wo größere Blutgefäße dicht unter der Haut liegen; diese Impulse erzeugen den Puls.
9. Wie entsteht der Herzschlag?

Geschwindigkeit und Stärke des Herzschlags werden vom vegetativen Nervensystem über eine Reihe von Reflexbögen gesteuert. Der Impuls für das Zusammenziehen ist aber nicht von äußeren Nervenreizen abhängig, sondern entsteht am Herzmuskel selbst. In der Wand des rechten Vorhofs setzt der Sinusknoten, ein kleiner Bereich aus spezialisierten Muskelzellen, den Herzschlag in Gang. Anschließend breitet sich die Kontraktion über das Reizleitungssystem des Herzens aus.

Über die Wände der Vorhöfe gelangt der Reiz zur Scheidewand zwischen den Vorhöfen und regt dort einen zweiten Knoten, den AV-Knoten, an (Atrioventrikularknoten oder Aschoff-Tawara-Knoten). Von diesem aus wandert der Reiz über das His-Bündel, den rechten und linken Tawara-Schenkel sowie die Purkinje-Fasern zu den Muskelzellen der Hauptkammern, so dass das Herz sich koordiniert zusammenzieht und wieder entspannt. Jede Phase des Schlagzyklus ist mit elektrischen Entladungen verbunden, die man in Form eines EKGs (siehe Elektrokardiographie) aufzeichnen kann.
10. Kapillaren

Die Kapillaren bieten dem Blut eine viel größere Kontaktfläche als andere Blutgefäße. Sie setzen dem Blutstrom auch den größten Widerstand entgegen (Siehe auch Blutdruck) und beeinflussen dadurch maßgeblich den Blutkreislauf des gesamten Körpers. Bei steigender Außentemperatur erweitern sich die Kapillaren und tragen so dazu bei, den Körper abzukühlen. Bei Kälte ziehen sie sich dagegen zusammen, so dass mehr Wärme im Körperinneren bleibt.

Geprüft von:
Alexander Hofmann, Dipl.-Biol.; Autor für Encarta Kids
arbeitet als freier Autor und Journalist in München. Veröffentlichungen in den Themenbereichen Biologie, Umwelt und Sport.

"Kreislauf­system," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2007
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Kategorie: Pulsmesser : Elektromagnetischer Puls
 
Elektromagnetischer Puls

Elektromagnetischer Puls (EMP), das kurze Zeit dauernde, sehr intensive elektromagnetische Feld, das von der Ionisierung in der Atmosphäre infolge der Explosion einer Kernwaffe hervorgerufen wird. Der EMP kann sich über weite Entfernungen erstrecken, je nach der Höhe der Explosion. Er kann elektronische Geräte, vor allem Kommunikationssysteme, zerstören.

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